1984–2014
Erst 1984 wurde erneut ein Lehrstuhl für Sinologie eingerichtet und mit Ralf Moritz (*1941) besetzt, der sich mit der Geschichte des Konfuzianismus und der Philosophie Chinas in Forschung und Lehre befasste. Nach der friedlichen Revolution konnte Sinologie seit 1990 wieder im Hauptfach studiert werden und 1992 erfolgte die Besetzung einer zweiten Professur für Moderne Sinologie mit Rainer von Franz. Im Jahr darauf wurde das Ostasiatische Institut erneut gegründet und 1996 auch eine Professur für Japanologie mit Steffi Richter (*1956) ins Leben gerufen. Neben Sinologie und Japanologie war darüber hinaus die Indonesistik mit einer außerplanmäßigen Professur (Erich-Dieter Krause) vertreten. Seit 1998 gaben Ralf Moritz und Steffi Richter zusammen mit der Hallenser Japanologin Gesine Foljanty-Jost die Mitteldeutsche Studien zu Ostasien (jetzt: Leipziger Ostasien-Studien) heraus. Mit der Emeritierung Prof. Krauses im Jahr 2000 wurde die Indonesistik jedoch eingestellt. Nach der Emeritierung Ralf Moritz’ und Rainer von Franz’ folgte Philip Clart (*1963) 2008 auf den Lehrstuhl „Kultur und Geschichte Chinas“, während die Professur für „Gesellschaft und Kultur des modernen China“ derzeit neu berufen wird.
Im Wintersemester 2015/16 umfasste das Ostasiatische Institut, Fachbereich Sinologie in der Schillerstrasse 6 insgesamt 127 Studierende, davon 108 im B.A. Sinologie und 19 im Studiengang M.A. Sinologie; hinzukommen ca. 10 Doktoranden an der Lehreinheit Philip Clarts. Es bestehen Partnerschaften mit der Renmin Universität in Peking, der Hong Kong Baptist University und dem Wenzao Ursuline College of Languages in Taiwan. In Kooperation mit dem chinesischen Bildungsministerium, der Universität Leipzig und der Renmin Universität wurde im April 2008 das Konfuzius-Institut Leipzig eröffnet, als dessen deutscher Direktor zunächst Ralf Moritz, nunmehr Philip Clart fungiert(e). Es ist damit das einzige Institut seiner Art in Ostdeutschland und bemüht sich um die Bedeutungsvermittlung chinesischer Kulturen, sowie der chinesischen Sprache und fördert wissenschaftliche Aktivitäten in Sachsen in vielgestaltiger Hinsicht.
Es gibt heute in Leipzig viele weitere Verknüpfungen mit China in Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. So engagiert sich der Deutsch Chinesische Freundschaftsverein (DCF) (http://www.dcfev.de/kontakt.html) und das Deutsch-Chinesische Zentrum Leipzig (DCZL) (http://www.hhl.de/de/lehre-forschung/zentren/dczl/) in der Entwicklung und Festigung deutsch-chinesischer Beziehungen. Die Tochter der Leipziger Messe MaxicoM GmbH leistet als Projekt des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig mit einer eigenen China-Abteilung Hilfestellung bei der Ansiedlung chinesischer Firmen in Leipzig. Im November 2009 eröffnete der deutsch- und chinesischsprachige Konfuzius-Kindergarten in der Lößniger Straße seine Pforten für 155 Kinder. Er kooperiert mit dem Kindergarten der Renmin Universität und der Fachschule für Kleinkindpädagogik in Peking.

Quellen:
Materialien zur Ausstellung Sinologie in Leipzig 1848-2009. Das Interesse am Fernen Osten in der Messestadt im Konfuzius-Institut Leipzig, 2.11.2009 – 25.02.2010.

Weiterführende Literatur:
Leibfried, Christina, Sinologie an der Universität Leipzig. Entstehung und Wirken des Ostasiatischen Seminars 1878 – 1947, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2003.

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